Ein Lauf zum Genießen

Foto: Edgar Mayer
700 Teilnehmer lassen auch die siebte Auflage des Altmühltrails in Dollnstein zu einem grandiosen Erfolg werden

Dollnstein (EK) Getreu einem bekannten Zungenbrecher-vers ging am Samstag „in Dollnstein und um Dollnstein und um Dollnstein herum“ die siebte Auflage des inzwischen in der Läuferszene fest etablierten wie auch äußerst beliebten Altmühltrails über die Bühne.

Einmal mehr gerieten die rund 700 Teilnehmer, die aus dem gesamten Bundesgebiet ins Altmühltal gekommen waren, wegen der Schönheit und des unheimlichen Facettenreichtums des Laufevents ins Schwärmen.

Die Läufer hatten bei 13 Grad Außentemperatur und ganz leichtem Nieselregen, der kaum zu spüren war, optimale Bedingungen. Zudem präsentierte sich die Strecke in einem einwandfreien Zustand. Dafür hatte das Organisationsteam der DJK Dollnstein um Rennleiter Ludwig Bittl gesorgt, dem es erneut gelungen war, zahlreiche Helfer auf die Beine zu stellen. Die DJK Dollnstein präsentierte sich damit bereits zum vierten Mal als kongenialer Kooperationspartner der Outdoor and Offroad Association International (OAI), während die Vermarktung von der Agentur Baboons übernommen wurde.

Wie beliebt der Lauf ist, das unterstreicht die Tatsache, dass bereits 22 Stunden nach Eröffnung des Anmeldeportals Anfang März sämtliche Startplätze vergeben waren und viele Interessierte keinen Startplatz mehr erhielten. Dies ist auch kein Wunder, denn der hügelige Streckenverlauf durch das Altmühltal mit seiner bestechenden und einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft dürfte wohl seinesgleichen suchen. Zudem ist das Wahrzeichen des mittleren Altmühltals, der Burgsteinfelsen, in das Rennen integriert. Auch wenn alle Läufer beim beschwerlichen Anstieg auf dem Trampelpfad östlich des markanten Felsmassivs bei Kilometer 21 schwer schnauften, war es doch ein Glückgefühl, das Geotop bezwungen zu haben. Schließlich war es Ehrensache, diesen extremen Anstieg zu bewältigen.

Zuvor ging es auf leicht veränderte Strecke gegenüber den Vorjahren vom Sportgelände der DJK Dollnstein aus los. Von dort aus schickte Dollnsteins Bürgermeister Wolfgang Roßkopf (CSU) mit seiner inzwischen berühmten Rathausglocke die Läuferschar los. Entlang der Dollnsteiner Ringmauer ging es hinauf auf den Panoramaweg nach Hagenacker. Und zum ersten Mal konnten die Läufer oberhalb der Bahnstrecke die idyllische und malerische Kulisse des mittleren Altmühltals mit seiner herbstlichen Färbung genießen. In Hagenacker ging es dann direkt nach der Kapelle einen ersten steilen Anstieg hinauf nach Schönfeld und hinüber nach Eberswang, wo eine erste Besonderheit wartete. Auf der ersten Genussstation gab es nämlich deftigen und herzhaften Zwiebelkuchen, dazu fränkischen Federweißer sowie – quasi frisch aus der Zapfsäule – Apfelsaft aus Rosis Eberswanger Obstgarten.

An Schernfeld vorbei visierten die Läufer eine der wohl schönsten Aussichtsplattformen an, die der Naturpark zu bieten hat, die sogenannte Lange Bank oberhalb von Obereichstätt. Besonders die vielen Wanderer, die es doch etwas gemütlicher angehen ließen, kamen voll auf ihre Kosten. An Deutschlands längster Holzbank begrüßte auch das Team des Naturparks Altmühltal mit wärmender Suppe, Nusszopf und einer sensationellen Aussicht die Teilnehmer. Von der langen Bank aus ging es dann weiter in den Besuchersteinbruch am Blumenberg, ein Novum gegenüber den Vorjahren. Diese Streckenführung erwies sich aber als Volltreffer, denn die Durchquerung des Fossiliensammlerparadieses kam bei allen Teilnehmern bestens an.

Als Hingucker erwies sich einmal mehr der Alf-Lechner-Skulpturenpark in Obereichstätt, der erneut seine Pforten geöffnet hatte. Er bot faszinierende und eindrucksvolle Einblicke in den künstlerischen Kosmos des mit seinen auf Variation und Dekonstruktion beruhenden Großskulpturen weltweit anerkannten Stahlbildhauers. Weiter ging es durch die in bunten Herbstfarben schillernden Wälder Richtung Burgsteinfelsen, wo dann der schon erwähnte Aufstieg zu bewältigen war. Doch auch hier gab es Licht am Horizont, denn oben an der Kapelle durften die Läufer den Blick ins Altmühltal sowie Freibier und Brezen oder süße Gaumenfreuden in Form von Nussschnecken und Äpfel genießen.

Diese Labstation läutete gleichermaßen den finalen Endspurt für die letzten vier Kilometer ein, der die Teilnehmer über den Bergkamm und den sogenannten Rossrücken ins Ziel führte. Dort wurden die Läufer von Moderator Klaus Benz aus Neuburg, der für jeden Finisher einen lockeren Spruch auf den Lippen hatte, empfangen. Besonders angetan hatten es ihm die lustigen Teamnamen, unter denen manche Teilnehmer gestartet waren: „Go hard or go home“, „Zamgwürfelter Haufen“ oder „Mountainrebels on Paws and Feet“.

Auffällig viele sportliche Hundehalterinnen, etwa 30 an der Zahl, waren beim diesjährigen Rennen dabei. Eine große Gruppe kam aus Regensburg vom dortigen Verein MeHuLa, das als Abkürzung für „Mensch-Hund-Lauf“ steht. Dabei werden das Gassie-Gehen und die sportliche Betätigung in Einklang gebracht, wie Manuela Zachmayer erklärte: „Die Strecke war super und es war klasse, dass wir mit Hund kommen durften. “ Auch das Hundezentrum Kipfenberg war wieder stark vertreten.

Superlative waren generell von allen, die ins Ziel gekommen waren, zu hören. „Anstrengend, aber super“, entlockte es Tina Kirsch aus Treuchtlingen kurz nach dem Zieleinlauf. „Aber der Burgsteinfelsen ist schon eine harte Nummer“, fügte sie an.

Eine große Gruppe kam aus Coburg, so auch Jana Seeber vom Run and Bike-Team Coburg, die mit ihrem Mann von der Begeisterung von Teamkollegen, die im vergangenen Jahr bereits teilgenommen hatten, angesteckt wurden. Sie lobte das schöne wellige Profil der Strecke mit seiner ganz besonderen Herbstatmosphäre. „Diesen Lauf konnte man wirklich genießen. „

Stefanie Somann von Baboons und Rennleiter Ludwig Bittl strahlten am Ende um die Wette, ging der Wettkampf doch unfallfrei und in bester Stimmung über die Bühne. Auch Moderator Klaus Benz zeigte sich am Ende sehr zufrieden, hatte sein Aufruf aus dem letzten Jahr, wo doch einige Starter der Siegerehrung fern geblieben waren, gefruchtet. „Das gehört sich einfach aus Anstand und Referenzerweisung dem Veranstalter gegenüber dazu“, meinte er.

Als Sieger bei den Herren ging der 19-jährige Johannes Weizinger (Arriba Göppersdorf) in der Zeit von 1:45:23 Stunden über die Ziellinie. Ihn als Überraschungssieger zu bezeichnen, wäre zu kurz gegriffen, machte er doch bereits beim Eichstätter Halbmarathon als Zweiter auf sich aufmerksam und konnte nach einem taktisch klug gestalteten Rennen, seine Verfolger in Schach halten. Besonders auf den Schlusskilometern hatte er noch im Gegensatz zum Zweitplatzierten, Felix Pförtner (TSV Ottobrunn) und Drittplatzierten Marco Benz (TSV Wolfstein), der lange Zeit die Führungsarbeit leistete, noch einiges zuzusetzen.

Bei den Frauen zeichnete sich ein ähnliches Bild ab. Hier dominierte zunächst Kathrin Werner, konnte aber ihre Führungsposition nicht bis zum Ende behaupten und wurde von Sabrina Wiercinski noch in einer Zeit von 2:11:14 Stunden abgelaufen.

Die stellvertretende Landrätin Rita Böhm (CSU) lobte als Naturliebhaberin die hervorragende Organisation der gesamten Veranstaltung und zeigte sich froh gestimmt, dass solche Events dazu dienen, den Freizeitwert des Naturparks zu erhöhen und den Naturpark bekanntzumachen. Auf der anderen Seite machte sie darauf aufmerksam, dass sich durch die Kanalisierung im Rahmen einer solchen Sportveranstaltung Sport und Natur gut in Einklang bringen lassen und kein Wildwuchs entsteht.

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